A Song of Ice and Fire gehört zu meinen persönlichen Lieblingsbücherserien. HBO (u. a. The Sopranos, Deadwood, Rome) gehört zu meinen präferierten Fernseh-Produzenten. Wie ich schon öfter schrieb, stellte die “Vermählung” dieser beiden Faktoren für mich den Grund schlechthin dar, mich auf Game of Thrones zu freuen.
Zwei von zehn Folgen sind mittlerweile ausgestrahlt (und die zweite Staffel ist auch schon geordert von den Geldgebern)und wo mich nach der Pilotfolge vorsichtiger Optimismus erfüllte, hat sich nun tiefe, wirklich tiefe Zufriedenheit breit gemacht. HBO versteht es komplexe Stoffe in gehobene Unterhaltung umzusetzen.
Bislang passt da einfach so gut wie alles. Die Rollen sind herausragend besetzt. Ob Sean Bean als Ned, Peter Dinklage als Tyrion, Michelle Fairley als Cat oder der unbekanntere Joseph Mawle als Benjen (eine kleine Rolle nur, aber Mann, der passt da einfach), eigentlich enttäuscht keiner. Auch die Kinder sind nicht nervig (na gut, Sansa vielleicht, aber das liegt grösstenteils am anfangs recht flachen Charakter), was wichtig ist, da ohne eine emotionale Bindung zu den Kindern ein Großteil der Handlung wahrscheinlich nicht so viel Eindruck hinterlassen würde.
Apropos emotionale Bindung… nicht nur in dieser Hinsicht ist die Kenntnis der Bücher von Vorteil. Gleich in der Pilotfolge wird der Zuschauer mit knapp zwanzig Charakteren konfrontiert, die alle im Kopf behalten werden wollen, und das Ensemble wird mit den kommenden Folgen nicht kleiner werden. Ebenso dürfte es nicht gerade einfach sein, die ebenfalls wachsende Anzahl von Handlungsorten im Kopf zu behalten, auch wenn die beiden Hauptschauplätze, Westeros und die Freien Städte/Dothraki auf dem östlichen Kontinent glücklicherweise in Optik und Atmosphäre kaum unterschiedlicher sein könnten. Einem Zuschauer ohne Vorkenntnisse wird also schon einiges abverlangt, aber andererseits erfährt man eigentlich auch genug aus den Dialogen, um sich die Hintergründe selbst zusammen reimen zu können. Und ausserdem hat ein wenig suspension of disbelief oder besser gesagt, die Bereitschaft, sich auf einen Serie/Film/Buch einzulassen, nie geschadet.
Typisch für HBO ist die fehlende Scheu vor Darstellungen von Sex und Gewalt, von herber Sprache ganz zu schweigen. Aber auch das ist so für die Serie richtig, denn auch die Vorlage zeigt dem Leser deutlich, daß hier keine Kinderbuch-Fantasy geliefert wird, sondern Unterhaltung für Erwachsene.
Ich könnte noch so einiges schreiben, aber ich möchte mir das für einen Artikel über die komplette Staffel aufheben (und notfalls revidieren, wobei ich glaube, wirklich schlecht können die kommenden Folgen nicht werden), deshalb gibt’s zum Abschluß noch das toll gestaltete Opening der Serie.

Veröffentlicht am 04/26/2011
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